Neue S3-Leitlinie „Delir im höheren Lebensalter“ veröffentlicht

Mit der Veröffentlichung der S3-Leitlinie „Delir im höheren Lebensalter“ liegt erstmals ein umfassender, evidenz- und konsensbasierter Orientierungsrahmen für den Umgang mit Delirien bei hochbetagten Menschen vor. Herausgegeben wurde die Leitlinie über die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e. V. (AWMF).

Koordiniert wurde der Entwicklungsprozess von der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie sowie der Deutschen Gesellschaft für Gerontopsychiatrie und -psychotherapie. Beteiligt waren mehr als 30 medizinische Fachgesellschaften und Berufsverbände, was den interdisziplinären Anspruch der Leitlinie unterstreicht. Neben einer Lang- und einer Kurzfassung umfasst das Angebot auch eine eigene Patientenleitlinie.

Die Leitlinie formuliert insgesamt 69 evidenz- und konsensbasierte Empfehlungen für alle relevanten Versorgungsbereiche. Sie adressiert die Prävention, die frühzeitige Diagnostik, die Therapie sowie die Nachsorge von Delirien bei älteren Menschen. Ein besonderer Fokus liegt auf sektorenübergreifenden Standards, um eine kontinuierliche Versorgung in ambulanter, stationärer und langzeitpflegerischer Betreuung sicherzustellen.

Berücksichtigt wird ausdrücklich auch die Situation von Menschen mit Demenz, bei denen Delirien häufig schwer zu erkennen sind und mit besonderen Risiken verbunden sein können. Ziel der Leitlinie ist es, die Versorgungsqualität zu verbessern, Komplikationen zu reduzieren und die Zusammenarbeit zwischen Ärztinnen und Ärzten, Pflegefachkräften sowie weiteren beteiligten Berufsgruppen zu stärken.