Policy Paper empfiehlt KI-Assistenz für Menschen mit Demenz

Sieben Handlungsempfehlungen stehen in dem Policy Paper, das eine Autorin und vier Autoren im Februar 2026 vorgelegt haben. Silke Schicktanz (Universitätsmedizin Göttingen), Thomas Kirste (Universität Rostock), Mark Schweda (Universität Oldenburg), Daniel Ruprecht (Deutsche Alzheimer Gesellschaft e. V. – Selbsthilfe Demenz) und René Thyrian (Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen, Rostock und Greifswald) geben damit Impulse für die Weiterentwicklung der Nationalen Demenzstrategie.

In Deutschland leben 1,84 Millionen Menschen mit einer Demenz, rund 70 Prozent von ihnen werden zu Hause versorgt. Gerade dieses Umfeld ist nach Einschätzung der Gruppe kaum systematisch erforscht. Künstliche Intelligenz könne dort als sogenannte kognitive Orthese wirken und bei Orientierung, Einkäufen, Kommunikation oder Sicherheit unterstützen. Wer früh erkrankt sei, behalte so länger Selbstständigkeit; pflegende Angehörige würden entlastet.

Die Empfehlungen reichen von Dateninfrastrukturen für den häuslichen Alltag über Modellregionen und Reallabore bis zu ethischen Leitlinien. Betroffene sollen die Technik von Beginn an mitgestalten. Wer digitale Hilfe ablehnt, darf daraus keinen Nachteil haben, fordern die Fachleute; analoge Wege müssten erhalten bleiben.

Das Papier steht bei der Abteilung Ethik und Geschichte der Medizin der Universitätsmedizin Göttingen zum Abruf bereit. KI sei bei Demenz kein technisches Randthema, sondern ein Instrument für Teilhabe.